Wettbewerbsrecht: Klingen vor Gericht


Sieg für Gillette mach 3: Andere Unternehmen dürfen keine Klingen anbieten, die zu Mach 3 passen. Sofern die beklagten Unternehmen, darunter auch Wilkinson, dagegen verstoßen, droht ihnen ein Ordnungsgeld bis zu 250.000 Euro. | ©EsinDeniz/fotolia.com

Die Kammer für Patentstreitsachen des Landgerichts Braunschweig hat im vorläufigen Rechtsschutzverfahren einem Konkurrenzkonzern auf Antrag des Unternehmens Gillette verboten, in Deutschland Klingeneinheiten anzubieten, die mit dem Nassrasierersystem „Mach 3“ kompatibel sind.

Die Klägerin ist Inhaberin des europäischen Patents EP 1 306 172 B1, welches dem Schutz von Teilen des Nassrasierers „Mach 3″ dient. Dabei steht insbesondere die Verbindung der Klingen mit dem Handgriff des Rasierers im Vordergrund. Die beklagten Unternehmen haben Rasierklingenköpfe auf den Markt gebracht, die ebenfalls mit dem Handgriff des Nassrasierers „Mach 3″ kompatibel sind. Die Klingen werden u. a. von großen Drogerieketten deutlich günstiger angeboten.

Gültiges Patent von Rasierklingeneinheit Mach 3

Das LG Braunschweig hat mit Urteil vom 29.09.2017 (9 O 1362/17) entschieden, dass das Produkt der Beklagten das Schutzrecht der Klägerin verletzt. Die Rasierklingeneinheit weise die in dem Patent beschriebenen Merkmale auf. Dem Erlass einer einstweiligen Verfügung stehe auch nicht entgegen, dass derzeit eine Nichtigkeitsklage beim Bundespatentamt anhängig sei, mit dem Ziel das streitige Patent zu vernichten. Daraus folge zwar, dass die Kammer sich im Hinblick auf die weitreichenden wirtschaftlichen Konsequenzen der nunmehr vorläufig getroffenen Entscheidung mit der Frage auseinander setzen müsse, ob das Patent Bestand habe. Jedoch sieht das Gericht entgegen dem Vorbringen der Beklagten keine Anhaltspunkte, die das Vertrauen in den Rechtsbestand des geprüften Schutzrechts erschüttern. Es hat sich insbesondere mit den einzelnen Entgegenhaltungen auseinandergesetzt und auch hervorgehoben, dass dieses Patent seit 19 Jahren Bestand habe.

Dem weiteren Antrag der Klägerin, die bereits ausgelieferten Produkte zurückrufen zu lassen, ist das Gericht nicht nachgekommen. Gegen dieses Urteil kann Berufung eingelegt werden.

(LG Braunschweig, PM vom 29.09.2017 / Viola C. Didier)


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