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Neuer Online-Beitrag: Die Sektoruntersuchung zum elektronischen Handel


Sektoruntersuchung zum elektronischen Handel: Bei den Verbrauchsgütern führt der Onlinehandel zu einer höheren Transparenz der Preise. | © VanderWolf Images/fotolia.com

Nach rund zwei Jahren intensiver Analyse des Marktes hat die Europäische Kommission am 10.05.2017 die Sektoruntersuchung zum elektronischen Handel mit der Veröffentlichung ihres Abschlussberichts abgeschlossen. In diesem gibt die Kommission die wesentlichen Erkenntnisse ihrer Untersuchung wieder. Ergänzt wird der Abschlussbericht durch die Veröffentlichung einer deutlich detaillierteren Arbeitsunterlage.

Fabian Kaiser, Case Handler in der Taskforce Digital Single Market bei der Generaldirektion Wettbewerb der EU-Kommission in Brüssel, fasst die wesentlichen Erkenntnisse der Sektoruntersuchung zusammen. Hier finden Sie den vollständigen Online-Beitrag.

Starker Onlinehandel beeinflusst Vertriebsstrategien

Bei den Verbrauchsgütern führt der Onlinehandel zu einer höheren Transparenz der Preise und damit zu intensiverem Preiswettbewerb. Dies vereinfacht es Unternehmen, die Endverkaufspreise zu überwachen, wofür zunehmend spezielle Preissoftware verwendet wird. Das Wachstum des Onlinehandels hat erhebliche Auswirkungen auf die Vertriebsstrategien der Hersteller, die darauf mit einer verstärkten Kontrolle des Vertriebs reagieren. Neben dem Selektivvertrieb und dem direkten Verkauf an Endkunden greifen Hersteller zunehmend auf vertikale Beschränkungen zurück, die im Widerspruch zu den Bestimmungen des EU-Wettbewerbsrechts stehen können.

Onlinehandel mit digitalen Inhalten

Im Bereich der digitalen Inhalte ist die Verfügbarkeit der Rechte an Inhalten von zentraler Bedeutung für den Wettbewerb. Einige Lizenzierungspraktiken können aus Sicht der Kommission eine nähere Überprüfung erfordern.

Schlussfolgerungen aus der Untersuchung

Die von der Kommission in diesem Jahr eröffneten Verfahren lassen erwarten, dass die Kommission bei der Kartellrechtsdurchsetzung in Zukunft einen deutlich stärkeren Fokus auf vertikale Beschränkungen legen wird, insbesondere solche, die sich auf den Binnenmarkt auswirken. Neben territorialen Beschränkungen richten sich die Verfahren auch auf die Durchsetzung des Preisbindungsverbots. Mit einer vorzeitigen Überarbeitung der bis 2022 laufenden Vertikal-GVO ist nach den Ausführungen der Kommission nicht zu rechnen, sodass sich Unternehmen auch weiterhin an dem bestehenden Regelungsrahmens für Vertikalvereinbarungen orientieren können.


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