Energiewende belastet Wettbewerbsfähigkeit


Allein für die EEG-Umlage müssen die Stromverbraucher 2017 rund 24 Milliarden Euro bezahlen, die Hälfte davon trägt die Wirtschaft. | © Jürgen Fälchle /fotolia.com

Die Energiewende belastet die Wettbewerbsfähigkeit insbesondere vieler Industrieunternehmen – das zeigt das IHK-Energiewende-Barometer 2016. Ursache sind vor allem die stark gestiegenen Stromkosten.

Steuer, Umlagen und Netzentgelte machen rund drei Viertel des Strompreises aus – Tendenz steigend. Lediglich ein Viertel des Preises wird über den Markt bestimmt. Den eigenen Stromverbrauch an günstige Börsenstrompreise anzupassen, lohnt daher nicht: Die drei staatlichen Kostenteile werden immer in derselben Höhe fällig. Deswegen versuchen Verbraucher, möglichst viel Strom zu sparen. Das entspricht auch den Plänen der Bundesregierung, den Stromverbrauch bis zum Jahr 2020 gegenüber 2008 um zehn Prozent zu senken.

Stromexport schadet Deutschland

Deutschland ist mit der Energiewende auf dem Weg ins erneuerbare Zeitalter. Bis 2050 sollen 80 Prozent des Stroms regenerativ sein. Die Folge: Stromerzeugung und -transport verursachen künftig fast ausschließlich Fixkosten. Viel Sonne und Wind bewirken geringe oder sogar negative Strompreise, zusätzlicher Strombedarf kostet zu dieser Zeit fast nichts mehr. Der Weg zu einer möglichst günstigen Stromversorgung führt immer mehr dahin, die vorhandenen Infrastrukturen und Erzeugungsanlagen optimal auszulasten. Von diesem Idealfall ist die Energiewende aber noch weit entfernt. Statt den Strom im Inland zu nutzen, verkaufen wir ihn für kleines Geld an die Nachbarländer. Im vergangenen Jahr wurden so netto rund zehn Prozent der inländischen Erzeugung exportiert.

Verlust an Wertschöpfung bei zehn Milliarden Euro

Volkswirtschaftlich sinnvoller ist es, den hauptsächlich erneuerbaren Strom stärker in Deutschland zu verbrauchen: Im Durchschnitt erwirtschaftet die Industrie 2.000 Euro je Megawattstunde und damit weit mehr, als der Stromexport einbringt. Die hohen Nebenkosten aus Netzentgelten, Steuern und Abgaben hindern Unternehmen heute aber daran, mit einer höheren Produktion flexibel auf günstige Börsenstrompreise zu reagieren. Der DIHK schätzt den Verlust an Wertschöpfung auf zehn Milliarden Euro. Das könnte sich ändern, wenn der Staat für Entlastung sorgt, indem staatliche Abgaben gesenkt werden.

(DIHK, PM vom 26.01.2017/ Viola C. Didier)


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